Familienrat

Created with Sketch.

Der Familienrat ist ein Verfahren für Familien, die Probleme haben, die sie nicht alleine bewältigen können. Sie werden von einem/einer unabhängigen Koordinator*in dabei unterstützt, ihr Netzwerk zu aktivieren und einzuladen, um mit allen gemeinsam eine eigene Lösung für das anstehende Problem zu entwickeln. Unter „Netzwerk“ sind nicht nur Verwandte, sondern auch Freunde, Nachbarn, Kollegen usw. zu verstehen.

Die Erfahrung zeigt, dass die im Familienrat entwickelten Problemlösungen passgenauer und nachhaltiger wirksam sind als Hilfen, die (nur) von professionellen Helfer*innen erdacht wurden. Zudem ist es eine bereichernde Erfahrung für Familien-Netzwerke als Gemeinschaft zusammenzukommen und einander beistehen zu können.

Fachkräfte, die mit der Familie und ihrem Problem zu tun haben, werden zur ersten Runde des Familienrats mit eingeladen, es ist wichtig, dass sie ihre Sichtweise des Problems und ihre Fachkenntnisse dazu einbringen, aber auch, dass sie der Familie spiegeln, welche Stärken (Ressourcen) diese haben und dass man ihnen zutraut, mit der Unterstützung der Familiengruppe eine gute Lösung zu erarbeiten.

Dieses passiert direkt im Anschluss in der zweiten Runde des Familienrats, in der alle Fachkräfte (auch die Koordination) den Raum verlassen und die Familie ihre eigene Lösung erarbeitet.

Wenn die Möglichkeiten der Familie zur Umsetzung einer Lösung nicht ausreichen, unterstützen die beteiligten Institutionen die Familie im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Sie können in diesen Fällen passgenau und zielorientiert arbeiten.

Der Familienrat wird seit über 25 Jahren in Neuseeland und auf der ganzen Welt erfolgreich eingesetzt.

Gemeinschaftskonferenzen

Created with Sketch.

Bei der Gemeinschaftskonferenz handelt es sich um eine konstruktive Form der Konfliktbearbeitung zusätzlich oder alternativ zu einem Strafverfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG). Dabei geht es nicht nur um Partizipation der direkt Beteiligten, sondern auch darum, dass diese selbst freiwillig, konsensorientiert und mit Blick in die Zukunft Entscheidungen finden, also einen Ansatz „von unten“. Eine Gemeinschaftskonferenz ist eine demokratische Erfahrung, bei der jene, die von einem Problem am meisten betroffen sind, darüber entscheiden, wie damit umzugehen ist („Ownership“).
 
Eine Gemeinschaftskonferenz ist also ein Forum, in dem sich Menschen mit problematischen Situationen und Konflikten befassen. Alle Beteiligten dürfen reden, ihre Gefühle ausdrücken und können vor allem das Ergebnis mit beeinflussen. Leitgedanken zielen auf Empowerment: Stärken und Positives, die Bedürfnisse aller Beteiligten sind herauszuarbeiten. Die meisten Konflikte gehen auch die Gemeinschaft etwas an: Vernetzung, Aktivierung des bestehenden Netzwerks.
 
In diesem Mediationsverfahren trifft die professionelle Perspektive auf die Sichtweisen, unterschiedliche Sprache, Erfahrungen (Vertrauen/Misstrauen), Alltage, Zielsetzungen von „Lebensweltakteuren“. Gerade in der Teilnahme von UnterstützerInnen liegt der (Mehr)Wert des Conferencing-Verfahrens: je mehr Unterstützung, umso größer ist der Einfluss auf die problematische Situation und die Kreativität, angemessene und dauerhaft wirksame Lösungen zu erreichen.
 
Der Begriff Gemeinschaftskonferenz (GMK) wurde im Kontext der Restorative Justice erstmals 1999 von Otmar Hagemann und Astrid Klukkert als deutsch-sprachige Bezeichnung der neuseeländischen Family Group Conferences (FGC) bzw. Community Conferences für ein Projekt in Hamburg-Lurup verwendet (vgl. „Besser streiten“). Seit 2006 wird dieses Conferencing-Verfahren – neuerdings als erweiterter Täter-Opfer-Ausgleich (eTOA) bezeichnet – im Land-gerichtsbezirk Itzehoe in Schleswig-Holstein umgesetzt.

Autor:
Prof. Dr. Otmar Hagemann
Kiel University of Applied Sciences
Faculty for Social Work and Health


Erster Zwischenbericht über Gemeinschaftskonferenzen in Elmshorn

Persönliche Zukunftsplanung

Created with Sketch.

Die Persönliche Zukunftsplanung (engl. person centred planning) umfasst eine Vielzahl methodischer Planungsansätze um mit Menschen über ihre Zukunft nachzudenken, eine Vorstellung von einer erstrebenswerten Zukunft zu entwickeln, Ziele zu setzen und diese mit Hilfe eines Unterstützungskreises Schritt für Schritt umzusetzen.
 
Wie der Familienrat  ist die persönliche Zukunftsplanung Stärken und Ressourcenorientiert und setzt auf die Kraft der Kreise. Im Unterstützungskreis planen deshalb auf Einladung der planenden Hauptperson alle Menschen, die etwas zur Zukunft der Person beitragen können und wollen. Der Unterstützungskreis wird meist von einer ausgebildeten Moderator*in und oft noch einer Zeichner*in moderiert, die im Gegensatz zum Familienrat auch die ganze Zeit vor Ort bleiben. Ziel ist es gemeinsam mit der Hauptperson, Freunden, Bekannten, aber auch Professionellen ein lebendiges Bild von einer lohnenswerten Zukunft zu entwerfen und die Schritte dorthin zu planen.


Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung

Persönliche Zukunftsplanung als Element der Hilfeplanung

Friedenszirkel

Created with Sketch.

Friedenszirkel - eine Methodik indigenisierter Sozialarbeit
von Frank Früchtel und Anna-Maria Halibrand
 
weiterelesen

Nachbarschaftszirkel

Created with Sketch.

Von der Magie des Kreises und der wundersamen Wirkung des Geschichtenerzählens –
Nachbarschaftszirkel in Berlin-Neukölln


Seit Anfang 2016 bietet die JaKuS gGmbH  im Berliner Bezirk Neukölln Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Communities die Möglichkeit, ihre Konflikte mit Hilfe von Nachbarschaftszirkeln nachhaltig zu lösen. Es ist dabei immer wieder faszinierend zu erleben, welch friedensstiftende Wirkung ein gut vorbereitetes und angeleitetes Kreisverfahren entfalten kann.

weiterlesen